Selbstorganisierte Lehrveranstaltung (Solv)

Seit dem Sommersemester 2010 werden selbstorganiserte Lehrveranstaltungen (SOLV) in Zusammenarbeit mit der Strv VWL der Wirtschaftsuniversität Wien organisiert. Diese LVen sollen in den Studienplänen fehlende Inhalte (z.B. Therien abseits der Orthodoxie) ein wenig kompensieren, sowie eine interdisziplinäre Herangehensweise an die Volkswirtschaftslehre fördern. Die Möglichkeit wurde durch Verhandlungen mit dem VWL Institut während der Studierendenproteste im WS 2009/2010  eröffnet. Auch auf der WU gibt es mittlerweile eine eigene SOLV. Mehr Infos dazu gibts hier.

Was ist die Solv?

Kurz gesagt: Eine von Studierenden selbst organisierte Lehrveranstaltung, die als Wahlfach angerechnet werden kann. Das bedeutet, dass sowohl Inhalte, Methoden als auch Bewertungskriterien von Studis bestimmt werden. Natürlich gibt es formale Rahmenbedingungen, die eine gewisse institutionelle Trägheit auch in der Solv unvermeidbar machen. Trotzdem steht die Solv aber für den Versuch, nicht nur kritische und heterodoxe Inhalte sondern eben auch alternative Formate in den Universitätsalltag zu tragen. Im Fokus steht meist der Anspruch, sich gemeinschaftlich kritische Inhalte selbst zu erarbeiten.

Wer organisiert die Solv?

Grundsätzlich sind wir als Studierendenvertretung verantwortlich für die Solv, jedoch wollen wir diese spannende Aufgabe nicht ausschließlich für uns beanspruchen. Vielmehr versuchen wir motivierten Kolleg_innen eine Plattform zu bieten, eigene Ideen umzusetzen. Dabei unterstützen wir die Organisator_innen immer gerne bei der Planung und sind das Bindeglied zwischen Studierenden und den verantwortlichen Personen am Institut. In der Vergangenheit gab es unter den Organisator_innen immer eine spannende Mischung aus RBK-Aktivist_innen und Neueinsteiger_innen. Wenn du also Ideen für eine interessante LV hast und diese auch umsetzen willst, dir aber unsicher bist, wie das gehen soll, wo du anfangen sollst, wie viel Arbeit auf dich zukommt, melde dich einfach bei uns oder komm’ in unserem Plenum vorbei! Wir freuen uns auf deine Vorschläge!

Warum ist die Solv wichtig?

Die Solv ist für uns gleich aus mehreren Gründen ein wichtiges Projekt. Zum einen ist da das Verlangen nach einer breiteren Ausrichtung unseres Instituts, sowohl in der Forschung, als auch in der Lehre. Die Solv bietet zumindest in zweiter Hinsicht ein wirksames Instrument, da sie ja institutionell verankert ist und Inhalte direkt von uns Studierenden vorgegeben werden.

Darüber hinaus stellt die Solv für uns aber ein wichtiges Experimentierfeld dar. Vieles von dem, was wir uns von einem “idealen” Studium erwarten, versuchen wir dort vorzuleben. Wir wünschen uns nichts weniger, als ein selbstbestimmtes Studium für alle. Wir sind der Meinung, dass Studierende durchaus selbst in der Lage sind, einzuschätzen, was sie inhaltlich interessiert, wie sie sich ihre Zeit einteilen sollen und wie sie sich Inhalte erarbeiten wollen. Dazu müssen aber eben auch die Rahmenbedingungen stimmen. Vordefinierten Prüfungsstoff von einem_einer Expert_in vorgekaut zu bekommen, dazwischen ein Paar Hausübungen zu schreiben, um am Ende des Semesters punktgenau eine “Prüfungsleistung” über das Verdaute ablegen zu müssen, kann keinem ernst zu nehmenden Bildungsideal entsprechen und ist vermutlich nicht der beste Weg einen kritischen Blick auf das Gelernte zu entwickeln.

Gerade da die Universität (Bildungsinstitutionen im Allgemeinen) immer weiter verschult und noch mehr nach arbeitsmarktlichen Ansprüchen ausgerichtet werden soll, sehen wir die Solv als eine – kleine aber wichtige – Insel des praktischen Widerstands. Sie soll uns dabei helfen, Alternativen für selbstbestimmtes Studieren denken und praktizieren zu können.

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