Spannende Lehrveranstaltung!

Im Rahmen der VO Epistemological Positions von Prof. Milford wird der polnische Philosoph Professor Brzechczyn 2 spannende Vorträge zum Thema (nicht marxistischer) historsicher Materialismus halten. Die beiden Vorlesungen finden am 6.5. sowie am 9.5. jeweils um 16:45 – 18:15 im Seminarraum 15 am OMP statt.

Hingehen lohnt sich!

Neue Zeitung

Wuhuu wuhuu, wir haben eine neue Zeitung veröffentlicht. Darin behandeln wir unsere Plakataktion, den Kapitalismus, den Klimawandel und und und.

Gedruckte Ausgaben könnt ihr gerne in der Schildburg abholen – aber für alle, die sofort reinlesen wollen: hier klicken.

Viel Spaß 🙂

Was notwendig ist IV

Bevor du weiter liest: Kennst du schon den Grund für unsere Plakataktion? Du findest unsere Stellungnahme hier und unsere ausgeführten Forderungen zu den ersten drei Plakaten hier, hier und hier.

Aufklärung, nicht Humankapital

Die Forderung, Universitäten (und alle anderen wissensproduzierenden Institutionen) ausschließlich an der Vorstellung der Aufklärung auszurichten scheint obsolet, da dies ja ohnehin das vermeintliche Selbstverständnis der Universität zu sein scheint. Warum die Forderung aber alles andere überflüssig ist, wird deutlich, wenn der Begriff der Aufklärung kritisch untersucht wird, anstatt ihn als bloße Worthülse zur Machtlegitimation zu verwenden. Aufklärung als ein Projekt zur Emanzipation des Menschen, zur Ermöglichung des eigenständigen kritischen Denkens muss selbstverständlich eine Kritik des Bestehenden enthalten (denn worin bestünde sonst die Emanzipation?), eine Kritik traditioneller Denkweisen und Autoritäten. Aber eben auch eine Kritik von gesellschaftlichen Verhältnissen, die diese Denkweisen und Autoritäten ermöglichen.
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Was notwendig ist III

Bevor du weiter liest: Kennst du schon den Grund für unsere Plakataktion? Du findest unsere Stellungnahme hier und unsere ausgeführten Forderungen zu den ersten  beiden Plakaten hier bzw. hier.

Monotheismus Neoklassik

Polit-Ökonomische Phänomene sind komplex. Wachstum und die es bedingenden Zwänge, das Funktionieren von Märkten und die zu deren Existenz notwendigen Bedingungen, geschlechterspezifische Arbeitsteilung im Kapitalismus oder Krisen sind nur einige Beispiele, denen sich Ökonom_innen widmen können. Diese Phänomene sind allesamt vielschichtig und ihre Dynamiken entziehen sich unserer Erkenntnis, wenn wir nur Fragen zulassen, die einzig einer bestimmten Methodik zugänglich sind. Wenn wir also Ökonomie und Gesellschaft lediglich als das ungeplante Resultat eigennützigen und rationalen (oder weniger rationalen im Falle der Verhaltensökonomie) Handelns verstehen, ignorieren wir gesellschaftliche Strukturen, die eine eigenständige Wirkmächtigkeit besitzen können. Denn selbstverständlich gibt es gesellschaftliche Strukturen, die wir erst einmal vorfinden und die den Rahmen für Handlungen abstecken. Das heißt aber nicht, dass wir diese Strukturen einzig in der Form von Nebenbedingungen analysieren, sondern diese explizit zum Untersuchungsgegenstand machen können.

Um das an einem konkreten Beispiel zu verdeutlichen:
Die neoklassische Modellierung von Arbeitsmärkten versteht diese als notwendige Erscheinung, die aus dem grundsätzlichen Konflikt in den individuellen Präferenzen zwischen Freizeit und Güterkonsum resultiert. Dabei nimmt sie nicht nur die Existenz solcher Arbeitsmärkte unkritisch als gegeben hin, sondern verabsolutiert sie sogar über Raum und Zeit. Arbeitsmärkte gab es (in dieser ahistorischen Form) demnach eben immer schon. Auch zu Zeiten von Leibeigenschaft oder Sklaverei als dominantem Produktionsprinzip. Es ist offensichtlich, dass Sklav_innen und Leibeigene nicht vor dem Entscheidungsproblem standen, wie viel Arbeit sie am Arbeitsmarkt verkaufen sollen und wie viel Freizeit sie konsumieren sollen. Ebenso klar ist aber auch, dass kapitalistische Märkte nicht ohne Zwänge (und Sozialisationsprozesse) funktionieren können. Der grundlegendste Zwang ist natürlich die Trennung jeglicher zur Subsistenz notwendigen Produktionsmittel der Arbeiter_innen, die das Überleben erst von Lohnarbeit abhängig macht. Die besonderen Eigentumsverhältnisse im Kapitalismus entfalten also eine eigene Dynamik, die nicht rein auf das Zusammenspiel von rationalen Entscheidungsprozessen von Individuen zurückzuführen sind.

Ein anderes Beispiel wären gesellschaftlich produzierte Geschlechterkategorien, die Geschlechtern gewisse Verhaltensmuster zuweisen und Individuen dementsprechend sozialisieren. Geschlechterunterschiede (wie den gender wage gap z.B.) dann auf vermeintlich natürliche Differenzen in Präferenzen zu reduzieren (bzw. auf der Theorie exogene Phänomene wie Diskriminierung auszulagern), würde demnach (immer auch) sozial bedingte Präferenzen verneinen und die Notwendigkeit von nicht entlohnter Reproduktionsarbeit für das Funktionieren der Gesellschaft ignorieren (und das zu erklärende Phänomen – Geschlechterdiskriminierung – unerklärt lassen).

In anderen Fällen kann es schlicht nicht von Bedeutung sein, ob oder wie gewisse ökonomische Größen aus individuellen Präferenzen zu erklären sind. Wenn es so etwas wie eine durchschnittliche Sparquote gibt, und der Erklärungsversuch darin besteht, das Verhältnis von Sparen und Investitionen zu benennen, ist nicht klar, warum eine Mikrofundierung dieses Phänomens überhaupt notwendig ist. Abgesehen davon, dass das im Rahmen der Neoklassik ohnehin nur alibi-mäßig gemacht wird. Denn es wird schlicht ein “repräsentativer Konsument” herangezogen, der vermeintlich die aggregierten Präferenzen der Gesellschaft darstellt. Es ist aber eben aus der neoklassischen Mikroökonomie selbst wohl bekannt, dass Präferenzen mitnichten ohne weiteres sinnvoll aggregiert werden können (sofern sie überhaupt für einzelne Individuen sinnvoll sind) – die Existenz eines solchen “repräsentativen Konsumenten” ist also selbst innerhalb der Neoklassik überhaupt nicht gerechtfertigt.

Dass diese Phänomene (und viele andere) mittels der Neoklassik nicht adäquat erfasst werden können, liegt vermutlich zum Teil daran, dass diese einen universalistischen Methodenanspruch hat. Demnach gibt es die eine Methode (bzw. geringfügig verschiedene Varianten davon) und der Untersuchungsgegenstand hat sich dieser zu fügen. Alles was nicht ins Schema passt und dieser Methode nicht zugänglich ist, ist vermeintlich unwissenschaftlich. Statt also kritisch zu reflektieren, welche Methoden für welchen Gegenstand angemessen sind und die Methode dem Gegenstand anzupassen, wird das genaue Gegenteil gemacht. Der systemische Ausschluss jeglicher konkurrierender wissenschaftlicher Ansätze aus der akademischen Volkswirtschaftslehre, ist nicht vernünftig zu rechtfertigen. Und das mehr oder weniger unabhängig von der zugrundeliegenden wissenschaftsphilosophischen Position. Denn selbst im Positivismus wäre ein Wettstreit unterschiedlicher Theorien erwünscht, um daraus die vermeintlich beste ausmachen zu können. Wenn im Titel die Neoklassik also als Monotheismus bezeichnet wird, ist das nicht nur eine Provokation, sondern eben auch Ausdruck einer nicht rational begründbaren, sondern auf Glaubenssätzen basierenden geistigen Monokultur im akademischen Mainstream.

Es besteht natürlich auch noch die Möglichkeit, dass Neoklassiker_innen durchaus wissenschaftstheoretisch die Überlegenheit ihrer Theorien gegenüber allen anderen begründen können und der oben gemachte Vorwurf unhaltbar ist. Die Frage wäre dann aber, warum sie Studierende nicht daran teilhaben lassen? Demnach wäre ja eine philosophische Reflexion der Neoklassik kein Problem, genauso wenig wie die Kontrastierung mit anderen wissenschaftlichen Strömungen und die vermeintliche Dominanz wäre einfach zu demonstrieren…

Wider der Methodenverengung

Unsere Forderung ist also die Etablierung einer pluralistischen Lehre, es muss möglich sein, sich innerhalb eines VWL-Studiums unterschiedliche Zugänge anzueignen. Gleichzeitig muss es aber auch Lehrveranstaltungen geben, die sich mit Wissenschaftstheorie auseinandersetzen, um der Frage nachgehen zu können, was wir von einer wissenschaftlichen Theorie überhaupt erwarten können/sollen. Diskussion unterschiedlicher Methoden und Zugänge sowie philosophische Reflexionen darüber finden sich in Curricula fast aller sozialwissenschaftlicher Studien. Auch hier macht die VWL einmal mehr eine traurige Ausnahme.

Konkret fordern wir:

– (Mehr) Lehrveranstaltungen in:

  • Marxistischer Ökonomie
  • (Post-)Keynesianischer Ökonomie
  • Feministischer Ökonomie
  • Ökonomie der Österreichischen Schule
  • Wissenschaftstheorie und Wissenschaftskritik
  • Geschichte ökonomischer Theorien

– Die nächste Professur muss ein breites Verständnis in diesen Bereichen haben und sollte für den Themenbereich “Heterodoxe Ökonomie” ausgeschrieben werden.

Was notwendig ist II

Bevor du weiter liest: Kennst du schon den Grund für unsere Plakataktion? Du findest unsere Stellungnahme hier und unsere ausgeführten Forderungen zum ersten Plakat hier.

Studium von Studis für Studis

Vielen von euch ist die Selbstorganisierte Lehrveranstaltung (SOLV) ein Begriff. Gemeinsam mit anderen interessierten Studierenden organisieren wir jedes Semester zumindest eine davon.

Es geht dabei einerseits darum, Inhalten im Studium einen Platz einzuräumen, die zu kurz kommen oder schlicht fehlen. Beispielsweise hatten wir SOLVen zu Heterodoxer Ökonomie, Europäischer Wirtschaftspolitik, Macht und Ökonomie, Wissenschaftstheorie, Arbeit (neu) definieren oder aktuell zu Imperialismus.

Andererseits sehen wir die SOLV aber auch als Experimentierfeld um neue Kursmodi auszuprobieren. Wir versuchen immer wieder den unterschiedlichen Lebensrealitäten und Neigungen von Studis gerecht zu werden (auch wenn das in der Gesamtheit sehr schwierig ist), manche schreiben gerne Texte, andere halten lieber eine Präsentation (was wiederum für manche eine Qual sein kann) – im Idealfall gibt es viele Möglichkeiten und alle wählen dann die am besten zu ihnen passende. Auch wenn wir uns immer über zahlreiche aktive Teilnehmer_innen freuen, fordern wir keine Anwesenheitspflicht und halten die SOLV meist abends um auch Nicht-Studierenden und Berufstätigen eine Teilnahme zu ermöglichen.

Wir halten die SOLV für ein Erfolgsmodell, denn sie ermöglicht es, wie kaum eine andere Lehrveranstaltung, die Interessen der Studierenden ganz unmittelbar in den Studierendenalltag zu integrieren. Sie geht auf die Tatsachen ein, dass wir i) unsere Interessen selbst am besten kennen, ii) wissen, wie wir den Studienalltag an unsere Lebensumstände anpassen müssen/können und iii) als Studierende selbst aktiver Teil des wissenschaftlichen Erkenntnisprozesses sind – dieser Punkt wird bei uns am Institut vielleicht sogar noch stärker vernachlässigt als die ersten beiden. Wir sind der Meinung, dass Forschung und Lehre zwei gleichberechtigte, notwendige Seiten derselben Medaille sind. Die Vorstellung, dass Lehre nur ein lästiges Anhängsel von Forschung sei (wie sie ev. von manchen Lehrenden vertreten wird) halten wir nicht nur für falsch, sondern für anti-aufklärerisch.

Um die SOLV weiter zu instiutionalisieren und Lehre als Teil einer akademischen Ausbildung im Studium zu berücksichtigen, fordern wir folgendes:

Die SOLV sollte nicht nur ECTS Punkte für jene Studierenden bringen, die sie als Teilnehmer_innen absolvieren, sondern auch für jene, die sie organisieren. Die Organisation einer solchen SOLV wäre dann für die Organisator_innen als Wahlfach anrechenbar (das gibt es an einigen Unis in der Form schon, bspw. an der Uni Kassel in Deutschland).

Studium von Lehrenden für Studis

Soweit, so gut. Aber der Großteil der Lehrveranstaltungen wird (noch?) nicht von Studis für Studis organisiert. Stattdessen wird von Lehrenden ein fertiges Menü an Kursen präsentiert, das nur noch verdaut werden muss. Warum sollten nicht alle von Profs gehaltenen Kurse ebenfalls in Rücksprache mit Studis geplant werden? Für wen werden denn die Kurse gehalten? Ein paar Gespräche würden schon ausreichen um klar zu machen, dass wir vielleicht nicht in fünf aufeinanderfolgenden Kursen das Gefangengendilemma oder die Wohlfahrtstheoreme lernen wollen. Oder, dass wir UKs eigentlich blöd finden. Oder, dass wir in Makroökonomie vielleicht auch nicht-mikrofundierte Makro machen wollen bzw. überhaupt die Frage diskutieren wollen, ob eine Mikrofundierung überhaupt Sinn macht, etc. Nicht nur welche Inhalte wichtig und interessant sind, ist eine Frage die erst sinnvoll im Gespräch mit Studis zu klären ist, sondern auch, wie diese vermittelt werden.

Wir fordern daher, alle Lehrveranstaltungen mit Studierenden gemeinsam zu planen!
Damit meinen wir nicht, dass die Studierendenvertretung im 5. Stock (hier sind die meisten unserer Profs angesiedelt) von Tür zu Tür gehen und um einen Termin bitten. Vielmehr sollten Lehrende von sich aus auf Studierende zugehen, die Möglichkeit anbieten an der Kursplanung teilzunehmen – und zwar allen interessierten Studierenden.

An dieser Stelle möchten wir einige positiven Beispiele hervorstreichen, bei denen das zum Teil schon so gehandhabt wird/wurde:

Prof. Maarten Janssen bietet dieses Semester auf unser Anregen hin einen Kurs zur Methodologie der VWL an. Er hat uns bei einem Gespräch auch um inhaltliche Anregungen gebeten.

Prof. Karl Milford hat im Rahmen der Planung seiner Kurse zur Ökonomischen Theoriegeschichte regelmäßig Kontakt zu uns gesucht und unsere Meinung eingeholt.

Prof. Konrad Podczeck hat gemeinsam mit uns die Lehrveranstaltung Marxistische Ökonomie – Alternativen zum Kapitalismus geplant. Basisdemokratisch wurde über Inhalt und Struktur des Kurses entschieden. Auch für kommendes Sommersemester planen wir wieder eine LV gemeinsam.

Vertiefung der Mitbestimmung

Aktuell hat die gesetzlich verankerte Studierendenvertretung max 33% der Stimmen in offiziellen Gremien (zB zur Gestaltung von Curricula oder Berufungen neuer Profesor_innen, etc.). Auch hier fordern wir vorläufig nichts radikales, denn diesen Anteil – für die mit Abstand größte Gruppe an Betroffenen – auf 50% zu erhöhen, ist lediglich ein Zurück zum status quo vor der Bologna-Umstellung der Hochschulen. Diese katastrophalen Gesetze für Hochschulen werden wir nicht allein bei uns am Institut rückgängig machen können, allerdings spricht überhaupt nichts dagegen, dass unser Institut das informell so handhabt, wie es früher der Fall war. Das würden wir als angemessene Berücksichtigung von Studierendeninteressen sehen.

Was notwendig ist I

Vereinbarkeit von Studium und Arbeit ermöglichen

Bevor du weiter liest: Kennst du schon den Grund für unsere Plakataktion? Du findest unsere Stellungnahme hier.

Den Forderungen, Universitätskurse (UKs) in allen Pflichtfächern abzuschaffen und mehrere Prüfungsantritte pro Semester anzubieten, liegt dasselbe Motiv zugrunde:
Bessere Vereinbarkeit von Studium und Arbeit.

Viele Studierende müssen auf die eine oder andere Art Lohnarbeit verrichten, um sich das Studium leisten zu können. Noch mehr Studierende arbeiten im umfassenderen Sinne, verrichten also (zusätzlich) Care-Arbeit, wenn sie sich um Angehörige kümmern oder Kinder erziehen usw. und/oder organisieren sich politisch.

Es mag stimmen, dass UKs gegenüber Kursmodi gewisse Vorzüge haben, die Leistung ist immerhin keine punktuelle, denn theoretisch muss sich die Beurteilung aus mindestens zwei unterschiedlichen Kriterien speisen. Es könnte also beispielsweise die Ausarbeitung zwei etwas umfangreicherer Aufgaben über das gesamte Semester hinweg bei freier Zeiteinteilung gefordert werden. Faktisch wird bei uns aber der UK oft in einer Variante Vorlesung + Übung gehalten. Mit dem riesigen Nachteil, dass es hier keine Wiederholungsantritte für den Prüfungsteil gibt (bei VOs müssen 4 Prüfungstermine – meist über mehrere Monate hinweg – angeboten werden!). Dann wäre ein Umstieg auf ein klassisches VO + UE System tatsächlich eine Verbesserung. Zu beachten ist noch, dass Leistungen im Rahmen von UKs allesamt ausschließlich während des Semesters erbracht werden können, was die Flexibilität von Studierenden enorm einschränkt. Eine Woche krank zu sein (in der Woche der Endprüfung des UKs bspw.) kann dazuführen, dass das Studium um ein ganzes Jahr verzögert wird, denn alle Pflichtkurse (davon fast alle als UK gehalten) werden bei uns nur einmal im Jahr angeboten.

Hier sei darauf hingewiesen, dass selbst im Rahmen von UKs die meisten Lehrenden weit weniger umsetzen, als sie könnten, um Studierenden entgegenzukommen. Allerdings wollen wir hier zwei Beispiele von Lehrenden anführen, die es versuchen:

Prof. Ana Begonia Ania Martinez bietet in Mikroökonomie für Bachelorstudierende immer einen Ersatzprüfungstermin am Ende des Semesters an, um die Note aus der Zwischenprüfung wieder wettzumachen (bzw. diese nachzuholen).

Prof. Konrad Podczeck hält in Mathematics for Economists im Master drei Prüfungen, wovon allerdings nur die zwei besten zur Bewertung herangezogen werden.

Inhaltliche Einschränkung gepaart mit hohem Pflichtanteil

Die stark einschränkenden Kursmodi sind eine Seite des Problems, der hohe Anteil an Pflichtfächern (die in eben jenen Modi gehalten werden) die andere. Ist Spieltheorie im Umfang von 12 Ects (sowohl Bsc als auch Msc) wirklich notwendig? Der starke Fokus auf Ökonometrie ist ebenfalls fragwürdig. Wir sagen nicht, dass diese Fächer nicht ihre Berechtigung hätten oder für viele Studierende nicht interessant wären, das bedeutet aber nicht, dass alle diese Kurse in diesem Umfang absolvieren müssen! Andere interessieren sich vielleicht mehr für Wirtschaftsgeschichte, Politische Ökonomie, etc. Es sollten alle ihren je individuellen Interessen nachgehen können.

Radikale Vorschläge?

Was wir hier fordern und beschreiben, sind alles andere als radikale Vorschläge, all das wäre sehr einfach umsetzbar. Der einzige Grund, warum das nicht geschieht, ist der fehlende Wille seitens des Instituts.

Verbesserungen für Studierende beschlossen! Oder doch nicht?

Sinkende Studierendenzahlen als Chance einer Umstrukturierung des Studiums

Das Institut für VWL der Universität Wien verzeichnet seit Jahren sinkende Studierendenzahlen. Entweder sinkt das Interesse am Studium der VWL allgemein oder aber unser Institut hat im Wettbewerb mit anderen VWL-Instituten (WU, JKU Linz, …) bzw. anderen Fachrichtungen (Politikwissenschaften, Statistik, Soziologie, …) das Nachsehen. In der näheren Vergangenheit wurde versucht diesem Trend gegenzusteuern, beispielsweise durch kostenpflichtige Aufnahmeverfahren auch im Bachelor – die Schlussfolgerung, dass diese zusätzlichen Hürden anscheinend den gegenteiligen Effekt hatten, scheint aufgrund weiterhin sinkender Studierendenzahlen naheliegend.

Mittlerweile scheinen auch treibende Kräfte der Professor*innenschaft erkannt zu haben, dass es unter Umständen eine gute Idee sein könnte, die Meinung von Studierenden einzuholen um das Studium attraktiver zu gestalten. Beispielsweise wurde vergangenes Sommersemester ein Fragebogen entworfen, der von fortgeschrittenen Bachelorstudierenden ausgefüllt werden sollte, um die Vorstellungen bzgl. des Masterstudiums bei uns an der Uni auszuforschen. Dieser Fragebogen bot auch tatsächlich Raum für kritische Anmerkungen, es wurde zB explizit nach dem Wunsch pluraler Forschung und Lehre oder nach der Vereinbarkeit von Studium und Arbeit gefragt. Bisher werden die Ergebnisse allerdings unter Verschluss gehalten, wir als gewählte Studierendenvertretung haben noch immer keine Einsicht bekommen, von einer grundsätzlichen Veröffentlichung scheint überhaupt keine Rede zu sein. Nicht nur der Vorenthalt solch relevanter Infos gegenüber Studierenden wollen wir hier kritisieren, der Ausschluss von Information und Entscheidung hat in jüngster Vergangenheit deutlich zugenommen.

Demokratiepolitisches Versagen des Instituts

An folgendem Beispiel soll der zunehmende politische Ausschluss Studierender am Institut illustrieren:
In den vergangenen Jahren wurden wir einmal im Semester zur sogenannten Insititutskonferenz (Insitkon) – eine Besprechung bei der das gesamte Institut über anstehende Institutspolitik diskutiert (Berufungen, öffentlicher Auftritt, etc.) – geladen, bei der wir unsere Anliegen einbringen konnten. Das ist die einzige Möglichkeit für die Studierendenvertretung dies vor versammeltem Institut zu tun und wir bekommen diese Möglichkeit nur einmal im Semester. Bei der für Ende Juni angesetzten Institkon im SoSe 2018 haben wir wie immer unsere Punkte im Voraus der Institutsvorständin (damals Monika Merz) mitgeteilt. Wir wollten über besagte Fragebögen diskutieren bzw. deren Ergebnisse einfordern und Stellung dazu beziehen. Weiters wollten wir Vorschläge einbringen, wie das Studium aus Sicht der Studierenden verbessert werden soll – wir dachten mit diesem Anliegen würden wir offene Türen einrennen, denn immerhin soll das Studium offensichtlich attraktiver gestaltet werden, und wer sollte da eine bessere Meinung haben als eben jene diese es betrifft: Studierende. Der weitere Verlauf aber war gelinde gesagt undemokratisch. Am Tag, an dem die Instikon stattfinden sollte, wurde von der Institutsvorständin die Besprechung nur wenige Stunden vor dem offiziellen Termin abgesagt. Die offizielle Begründung: es wurden nicht ausreichend (wichtige) Punkte für eine Diskussion eingereicht. Selbst wenn wir die einzigen gewesen wären, die Punkte eingebracht hätten, wäre dieses Vorgehen in unseren Augen absolut inakzeptabel. An dieser Stelle möchten wir betonen, dass es uns nicht reicht, die damalige Institutsvorständin in die Pflicht zu nehmen, denn unserem damaligen Aufruf trotzdem zur Instikon zu erscheinen und Studierendenanliegen zu diskutieren, ist mit Ausnahme von einer Person niemand nachgekommen. Ein paar weitere haben uns per Mail privat mitgeteilt, dass sie die Entscheidung auch nicht richtig fanden. Das war also kein demokratisches Versagen einer Einzelperson, sondern einer überwiegenden Mehrzahl der Institutsmitglieder. Auch wenn der aktuelle Institutsvorstand Gerhard Sorger anscheinend versucht den vermeintlichen Normalzustand wieder herzustellen (wir wurden für 5. Dez. 2018 zur Instikon eingeladen), kann das für uns nicht bedeuten, diese Aktion unkommentiert zu lassen. Denn unsere Partizipation darf nicht von der Willkür Einzelner abhängen. Es besteht dann nämlich immer die Gefahr zur Tendenz, Mitsprache von Studierenden auf ein Minimum zu reduzieren, wenn die Auseinandersetzungen für das Institut zu konfrontativ werden.

Was wir fordern

Aus eben diesen Gründen (Vorenthalt relevanter Informationen, sinkende Studierendenzahlen und willkürlicher politischer Ausschluss der gewählten Studierendenvertretung) haben wir uns dazu entschlossen, unsere Anliegen einmal mehr öffentlich einzufordern, in der Hoffnung damit eine breite Diskussion unter Studierenden und Lehrenden anzustoßen und Partizipation nicht lediglich auf die gewählte Studierendenvertertung zu beschränken. Sucht die Diskussion mit euren Lehrenden, fordert Inhalte die ihr gelehrt haben wollt, fordert flexiblere Kursleistungen ein, fordert die Mitsprache bei Berufungen für neue Professuren usw. Denn letztendlich seid ihr es, die dieses Studium absolvieren, ihr kennt eure Interessen und Lebensumstände am besten und wisst wie sich das im Studium niederschlagen muss!

Unsere Plakate bilden leider keineswegs reale Verbesserungen für Studierende ab, denn nichts von dem was wir plakatiert haben, ist umgesetzt worden. Aber all das könnte (einfach) umgesetzt werden, wenn das Institut und in letzter Konsequenz die Uni den politischen Willen dazu aufbringt!

 

Erstemestrigentutorium (ErstiTut)

Liebe Erstsemestrige,

der Studienbeginn ist nicht immer leicht, viele neue Gesichter, die meisten haben zum ersten Mal mit der Institution Universität zu tun und Überforderung/Überwältigung kann da schon mal vorkommen. Die Uni macht es Studierenden leider auch öfter schwer als leicht, das Studium zu genießen. Umso wichtiger ist es, möglichst bald Kontakte zu euren Kolleg_innen zu knüpfen.

Um euch das zu ermöglichen, euch über das Studium zu informieren und euch darüber hinaus ehrliche Blicke hinter die Kulissen der Uni zu bieten, organisieren wir auch dieses Jahr wieder ein ErstiTut.

Alle, die gerade ihr VWL-Studium begonnen haben, können teilnehmen – mitmachen ist natürlich kostenlos!

Hier der offizielle Terminplan:

06.10 Lange Nacht der Museen^

17:30 Uhr

Schildburg 01.137 (1. Stock)

11.10 Beratung:
Curriculums-Guide


Workshop:
 Hochschul- und Bildungspolitik (unter Schwarz-Blau)

16:30 Uhr

Schildburg 01.137 (1. Stock)

15.10

Beratung:
Kennenlernen d. Uni-Infrastruktur und Uni-Umgebung

Workshop:
Diskriminierung an Hochschulen und widerständige        Praxen

18:30 Uhr

Schildburg 01.137 (1. Stock)

18.10

Beratung:
Kennenlernen wichtiger Uni-Institutionen + Tipps zur Prüfungsvorbereitung

Workshop:
Wirtschaftspolitik unter Schwarz-Blau

16:30 Uhr

Schildburg 01.137 (1. Stock)

ab 24.10.

Frauen*raum – offenes FLINT*-Treffen in der Schildburg (wöchentlich)

ab 15:30 Uhr

Schildburg 01.137 (1. Stock)

Frauen*raum Workshop- Körperbilder und Frauen*

Laute Stimmen, starkes Drängen auf die Durchsetzung der eigenen Meinung und dominantes Auftreten: einige Beispiele „typisch männlicher“ Verhaltensmuster, die oft dazu führen, dass sich Frauen*, in einem von Männern* dominierten Umfeld verunsichert fühlen oder erst gar nicht in ein solches eintreten. Gerade in Studien wie VWL liegt der Anteil an Männern* ohnehin schon weit über dem der Frauen*. Aus diesem Grund soll der Frauen*raum einen geschützten Rahmen bieten, sich über derlei Problematiken auszutauschen und Kontakte zu knüpfen.

Diesmal veranstalten wir einen Workshop zum Thema Körperbilder und Frauen* mit einem kurzen Input durch einen Artikel und anschließender Möglichkeit diesen zu diskutieren.

Donnerstag, 14. Juni 13:00

Oskar-Morgenstern-Platz 1, Schildburg (1. Stock, Raum 01.137)

Für Verpflegung wird natürlich gesorgt 😉

Link zum Artikel:
https://www.zeit.de/kultur/2017-11/sexismus-metoo-sexuelle-uebergriffe-aussehen?utm_content=zeitde_redpost_zon_link_sf&wt_zmc=sm.int.zonaudev.facebook.ref.zeitde.redpost_zon.link.sf&utm_source=facebook_zonaudev_int&utm_medium=sm&utm_term=facebook_zonaudev_int&utm_campaign=ref